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Traditionen im Zimmererberuf


Im Handwerk der Zimmerer wird auch heutzutage noch sehr großen Wert auf die Tradition gelegt. In keinem anderen Handwerk werden Sie noch Zimmermänner auf der sogenannten Walz oder auf Wanderschaft sehen, wie in diesem Gewerbe.

In Österreich wird dieser Vorgang auch als Tippelei oder Gesellenwanderung genannt. In den unterschiedlichen Handwerksvereinigungen, die es vorwiegend im Bauhandwerk gibt und als sogenannte Schächte bezeichnet werden, können Sie eine sehr große Gemeinschaft und Verbundenheit feststellen. Dies ähnelt den Studentenverbindungen, aus den Schächten resultiert auch die Jahrhunderte lange Tradition. In einigen Schächten werden auch Frauen in diese Verbindungen mit aufgenommen, genau gesagt erfolgt dies erst seit 1980. Deshalb liegt der momentane Prozentsatz auch nur bei 10 % der weiblichen Schächtemitgliedschaft.

Die Walz ist in einem bestimmten Zeitraum zu absolvieren, dies betrifft auch Österreich. Sie sollten wissen, dass das angegebene Minimum für eine Walz mit 3 Jahren und genau einem Tag vorgeschrieben wird. Sie sollten bei Antritt der Walz ledig und ungebunden sein, keine Kinder haben und was ganz entscheidend sein wird, Sie sollten keine Schulden haben. Dies wird alles vor Antritt der Walz vom Zunftmeister geprüft. Als Teilnehmer der Walz dürfen Sie kein eigenes Auto besitzen. Sie dürfen sich während Ihrer Gesellenwanderung in keinem Fall unter 50 km zu Ihrem Wohnsitz aufhalten. Ihre einzige Fortbewegungsart wird das Laufen oder das Mitfahren sein. Es ist Ihnen zwar gestattet, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen, aber ein echter Zimmerer wird dies nicht tun, das wäre eigentlich gegen die Ehre. Wenn Sie sich auf der Walz befinden, werden Sie sicherlich des Öfteren als Fremdgeschriebener bezeichnet, dies ist auch eine sehr traditionelle Bezeichnung für einen Zimmerer auf der Walz.

Ihre Kluft auf der Wanderschaft wird aus dem obligatorischen Manchesterjacket bestehen, dem Schlapphut und der Zimmererweste. Die weiße Staude, das Zimmererhemd, gehört ebenso zur traditionellen Bekleidung auf der Walz, wie auch das Bündel und die Schlaghose. Traditionell gehörte zur Kluft des Zimmermannsgesellen auf der Walz, eigentlich nur der Stock und das Bündel, denn die Zimmerer wurden früher als Habenichtse bezeichnet. In diesem befand sich auch das traditionelle Wanderbuch, was auch heute in keinem Bündel mehr fehlen sollte. Hier verzeichnen Sie alles, was Sie als Nachweis für Ihre Walz benötigen. Dazu zählen auch die Städtesiegel der angelaufenen Orte oder Städte während Ihrer Walz.